Der (Kabinen-)Druck steigt
Wieso erfahren wir ausgerechnet heute, dass die Lufthansa-Tochter Germanwings im Dezember 2010 beinahe eine Katastrophe verursacht hätte? Ein kurzer Blick in das Innere eines Luftfahrt-Konzerns und der sie begleitenden Medien.
Aufrichtiger Respekt: Die Kollegen von Welt und NDR Info haben heute einen echten Scoop gelandet. En Detail und exklusiv berichten sie , wie im Dezember 2010 ein A 319 von Germanwings nur knapp einer Katastrophe entging: Giftige Dämpfe im Cockpit, ein bewusstloser Co-Pilot und ein heldenhafter Kapitän, dem trotz schwindender Sinne mit letzter Kraft die Landung in Köln gelang. Das klingt nicht nur dramatisch, das ist es auch.
Das Thema wirft viele Fragen auf, bei denen auch die fvw am Ball bleibt. Wir konzentrieren uns heute auf eine: Wie kommt es, dass die seltene Allianz von ARD- und Springer-Redakteuren gerade heute diesbislang en Fall aufdeckt? Welt und NDR Info sind ohne Frage angesehene Medien, für investigativen Journalismus im Bereich Luftfahrt waren sie weniger bekannt.
Eine denkbare Lösung: Just am gestrigen Tage veröffentlichte die Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung (BFU) einen Zwischenbericht zu diesem Vorfall. Es sind vermutlich mehr Airliner denn Journalisten, die diese Web-Site täglich scannen. Und es mag sein, dass es Airliner gibt, die ein großes Interesse an der zügigen breiten Veröffentlichung dieses Themas haben.
Schließlich geht es nicht nur um den Vorwurf, dass im Dezember 2010 ein Germanwings-Flieger kurz vor dem Absturz stand sondern auch um den amtlichen bestätigten Vorwurf, dass der Lufthansa-Ableger den Störfall so dargestellt habe, dass die Behörde keine weiteren Untersuchungen angestrengt habe. Der Vorwurf bei Welt und NDR: Germanwings vertuschte den Beinahe-Absturz.
Just dieser Vorwurf könnte das Image von Germanwings arg ramponieren. Und das ist doppelt gefährlich in Zeiten, in denen die Kranich-Mutter ihren Ableger als Zentrale für den europäischen Direktverkehr auserkoren hat. Das Projekt Direct4U wird einigen Lufthanseaten ihren Arbeitsplatz oder zumindest Gehaltseinbußen kosten.
Bei Lufthansa werden gerade die Weichen für die Zukunft gestellt. Die Schlichtung mit der Cockpit-Gewerkschaft UFO läuft auf vollen Touren. Und intern ist die alles dominierende Frage, ob die direkten Routen des Carriers nach der Geschäftslogik und unter der Marke von Lufthansa in Berlin oder eben von Germanwings in Köln geflogen werden.
Bis gestern sprach beim Projekt Direct4U vieles für die Kölner Variante. Jetzt haben die Befürworter des Berliner Modells einen Punktsieg erzielt – mit harten Bandagen und ohne Rücksicht auf Verluste für beide Geschäftsmodelle. Schließlich war es eine Lufthansa-Tochter, die da offenbar einen Beinahe-Absturz vertuscht hat. Lufthansa tut gut daran, diesen Vorfall schnell und rückhaltslos aufzuklären. Und es ist an der Zeit, die Entscheidung für eine Strategie im Direktverkehr kurzfristig und umfassend zu treffen. Die Atmosphäre im Lufthansa-Konzern ist sichtlich belastet, nicht nur im A 319 von Germanwings am 19. Dezember 2010. Wie gefährlich das sein kann, erklären jetzt die BFU-Beamten in Kooperation mit Welt und NDR Info.



und wo war unser Fachpresse ?
Warum die Initiative für dieser "Fall" nicht von unsere Fachpresse ergrifen wurde ?
Warum gerade jetzt ?
Ich glaube jemanden will dieser Vorhaben bremsen oder schaden und was tut er ?
Ein "Leack" an die Presse, am besten and die "Sensation-Presse" und der Rest ist Routine.
Hier ein "Alert" der kein Interesse fand obwohl nicht weniger brisant ist.
Planet sends jet into a nosedive
According to a report from the Transportation Safety Board of Canada, a fatigued and groggy Air Canada co-pilot mistook the planet Venus for an oncoming aircraft and slammed the control stick forward, sending the plane into a momentary dive that injured 16 passengers. The report about the January 2011 incident found that "sleep inertia" was to blame for the co-pilot’s misjudgement.
The flight’s first officer caused the incident after waking up from a nap on the long-haul flight from Toronto to Zurich, Switzerland. His snooze was permitted under a sanctioned procedure known as "controlled rest," which is said to improve a pilot’s alertness and performance during overnight flights. But while only supposed to sleep for 40 minutes, the first officer dozed off for 75 minutes, sending him into a presumably deep sleep.
The first officer awoke as the captain, who had been controlling the plane, noted an approaching U.S. Air Force jet 1,000 feet below. But groggy and not yet fully alert, the first officer saw a light above the plane and thought it was the Air Force aircraft descending toward them. In reality, it was the planet Venus – though that realization came only after he sent the Boeing 767 into a 400-foot nosedive. "Under the effects of sleep inertia, the first officer perceived the oncoming aircraft to be on a collision course and pushed forward on the control column," the report notes.
Air Canada is considering implementing better rest policies for pilots.
(adapted from Time magazine)
Bevor bei Costa das Schiff unterging hat auch keiner so was für möglich gehalten.
Damit ist die Frage, warum "die seltene Allianz von ARD- und Springer-Redakteuren gerade heute diesbislang en Fall aufdeckt?" wohl ganz banal beantwortet.
Die Welt kann manchmal viel einfacher sein, als so manch schlecht recherchierter Artikel suggeriert.