Touristik und Medien – eine Traumkombination!

Online-Infos auf allen Kanälen – trotzdem nehmen die Kunden gerne Gedrucktes in die Hand, Konzerne dominieren den Markt  – aber viele Mittelständler wachsen, alle sind sozial vernetzt – und treffen sich regelmäßig auf Events: Nein, ich rede nicht über Touristik, sondern über die Fachpresse.

Wir von der fvw sind in zwei Branchen zuhause: Die Reise- und die Medienbranche, genauer gesagt die Fachmedien. Aber es ist frappierend, wie viele Diskussionen sich gleichen. Ist in der Touristik gerne vom "Reisebüro-Sterben" die Rede, ist es das "Print-Sterben" in den Medien. Doch sowohl über 10.000 deutsche Reisebüros als auch die immerhin 3683 Fachtitel in Deutschland sind erstaunlich robust. Übrigens gibt es in keinem europäischen Land soviele Reiseagenturen und Fachtitel.

Und während der deutsche Reisevertrieb, wie das fvw Dossier "Deutscher Reisevertrieb 2011" gerade herausfand, 2011 um 6,7 Prozent beim Umsatz zulegte (vor allem Business Travel lief gut) stieg der Bruttowerbeumsatz (die wichtigste Einnahmequelle neben den Vertriebserlösen) der 200 größten Fachzeitschriften 2011 immerhin um 5,4 Prozent, ermittelte die Marketing-Fachzeitschrift Horizont in ihrem Ranking der Top-Fachzeitschriften. Genauso wie das Reisebüro-Sterben Unsinn ist, ist also auch ein Presse-Sterben Unfug! Zumal beide Gattungen längst auch die Online-Welt erobert haben und neue Geschäftsfelder wie eigene Veranstaltungen (bei Reisebüros etwa Gruppenreisen, bei uns zum Beispiel der fvw Kongress) aufbauen.

Sie sehen also, Unternehmensrankings gibt es nicht nur für Reisebüros und Veranstalter bei der fvw, sondern auch für Fachzeitschriften. Die fvw liegt in der Umsatz-Tabelle übrigens auf Platz 12. Okay, Dickschiffe der Fachpresse wie das "Deutsche Ärzteblatt" und die "Lebensmittelzeitung" sind viermal so groß – krank werden die Menschen von alleine, und etwas essen müssen sie auch, zum Reisen muss man sie erst animieren.

Aber wir freuen uns schon, dass wir als FVW Mediengruppe im Konzert der Großen (Unternehmen wie der Deutsche Fachverlag, der Deutsche Ärzteverlag oder Vogel Business Media sind weitaus größer und geben eine Vielzahl von Titeln heraus) relativ weit vorne mitspielen. Zumal der fvw-Schwestertitel TravelTalk immerhin noch auf Platz 44 rangiert. Wer weiß, vielleicht schaffen wir es ja irgendwann unter die Top-Ten. Schließlich sind Medien und Tourismus beides Zukunftsbranchen, da muss die Kombination doch eigentlich unschlagbar sein!

KOMMENTARE
Erstmal Herzlichen Glückwunsch.
Ich bin ja (als alter Onliner mit Reisebüroherz) der Meinung, dass seit Jahren keiner in der Branche wirklich stirb. Die Konzepte werden nur angepasst und umbenannt. Natürlich gibt es weniger "klasische Reisebüros", dafür gibt es neue Konzepte wie Reisecafes oder Lounges. Bei der Presse ist es doch genauso. Mobile News werden ja nicht von irgendwelchen "Neulingen" geliefert sondern von den Spezialisten, die im Print groß geworden sind.

Und noch was: Weiter so, Ihr macht einen tollen Job!
Gruß
Bernd Hellmuth
von Bernd Hellmuth, 05.07.12, 16:16
Ich denke, man muss sich genau ansehen welche Medien und Kanäle mit kommenden Entwicklungen zu kämpfen haben. Wer in der Vergangenheit mit Offline-Mailings Erfolg hatte wird aktuell feststellen, dass dieser Bereich rückläufig ist. Print (Anzeigenmarkt) stagniert oder ist stark rückläufig (mal von wenigen special interest abgesehen). Neue player setzen auf TV in Kombination mit Online/eCommerce. Aber jeder größere Verlag in D. hat massive Probleme durch die Verfügbarkeit online... Aber die großen Verlage lügen sich bei der Reichweite doch schon immer in die Tasche. Fachzeitschriften sind da sicher noch die Ausnahme. Dann lieber Herr Hildebrandt ab ins neue Zeitalter und die fvw-Inhalte analog der von Ihnen genannten Dickschiffe sukzessive ins Netz stellen, und nicht über den letzten Strohhalm paid content arbeiten. Soooo sicher scheint die Erlösquelle dann auch wieder nicht zu sein...;-)
von Horst, 06.07.12, 12:16
@Horst: Es stimmt, Print stagniert von den Werbeumsätzen her, aber wie Sie selbst auch sagen, gilt das nicht für Special Interest (wozu auch die Fachpresse) gehört. Auch der Fachpresse-Verband bestätigt die von mir zitierten Zahlen der Kollegen von "Horizont", dass die Werbeumsätze 2011 gestiegen sind.

Zum Thema "neues Zeitalter": Print-Inhalte einfach so ins Internet stellen ist für mich Steinzeit. Print-Texte sind anders aufbereitet, und wer die nicht auf Papier, sondern am Bildschirm oder unterwegs auf dem iPad lesen möchte, dem empfehle ich unser E-Paper (http://www.fvw.de/fvw-e-paper/15/12714).

Wir machen bewusst eine Arbeitsteilung: Auf fvw.de gibt es alle täglichen News für die Branche, teilweise auch sehr exklusiv und umfassend. Im Print-Magazin gibt es dafür Einordung, Hintergründe und menschelnde Geschichen wie etwa das fvw Tischgespräch – ein Modell dass erfolgreiche Medien wie etwa "Die Zeit" oder "Der Spiegel" genauso praktizieren.

Dass wir für fvw.de eine Paid-Content-Strategie fahren, ist kein "letzter Strohhalm", sondern Ausdruck eines journalistischen Selbstverständnisse: Unsere News werden von einem Team qualifizierter Fachjournalisten produziert, diese Leistung ist etwas wert! Wobei ich 2 Euro im Monat inklusive auch des E-Papers und des kostenloses Zugangs zur TID-Datenbank nun auch wirklich nicht als Riesenbetrag ansehe.
von Klaus Hildebrandt, 06.07.12, 14:50
© 2006 - 2014 Verlag Dieter Niedecken GmbH, Alle Rechte vorbehalten.
fvw.de | Impressum | Kommentarrichtlinien | Kontakt