Die Beziehungen im Web 0.0

Sie dachten, dass Content King ist? Oder Urlauber die Buchungsmaschinen der Portale lieben? Oder man messen kann, wie Facebook-Werbung wirkt? Der fvw Online Marketing Day brachte neue Einsichten, nicht nur im Web 2.0.

Es wäre vermessen, die 13 Reden und die Diskussionen vom heutigen fvw Online Marketing Day in Hannover in einem Blog zusammenzufassen. Auf fvw.de finden Sie schon einige News vom heutigen Tage. Für mich bleiben einige Eindrücke haften: Facebook bleibt ein großes Experiment, ob und Facebook-Werbung wirkt, ist noch ziemlich unerforscht. Wie sagte Stefan Spiegel (Ray Sono) so schön: "Immer wenn jemand etwas von Return on Investment  und Social Media erzählt, stirbt irgendwo ein Einhorn." Aber soziale Netzwerke (zu denen auch Twitter, Foursquare, Pinteres und Googles Ranking-Liebling Google Plus gehören) bringen Traffic auf die Website und schaffen Kundenbeziehungen.

Die wiederum sind, so meinte zumindest Netzvitamine-Consultant Benjamin Buhl, wichtiger als der einzigartige Content, und strahlen ab ins reale Leben, das Buhl so schön "Web 0.0." nannte. Aber wie im wirklichen Leben sind Beziehungen, Arbeit, Arbeit, Arbeit.... Da gilt es die Meinung der Kunden über das eigene Unternehmen in den sozialen Netzen genau zu verfolgen, die Kunden auf eine Website zu lotsen, die nicht völlig anders daher kommt als der Facebook-Auftritt und - so die vielen Tipps der Usability-Experten - nicht nur von den Entwicklern und vom Chef, sondern von Otto Normalsurfer verstanden wird.

Aber vielleicht geben wir unsere Reisewünsche bald ohnehin nur noch in die semantische Suchmaske ein, die unsere wirren und schlecht formulierten Urlaubswünsche in reale Buchungsanfragen ersetzt. Dann erfahren wir, wo wir wirklich hinreisen und was wir im Urlaub erleben wollen. Sprich, das Web kann all das leisten, was ein Expedient im Web 0.0 auch kann. Aber auch der muss ja schließlich Arbeit, Arbeit, Arbeit in die Kundenbindung investieren und nutzt hoffenlich schon die sozialen Netzwerke für den Kontakt mit seinen treuen Gästen.

Mit anderen Worten: Die einzig wahre Online-Strategie gibt es nicht, jeder Reiseanbieter muss im Web weiter experimentieren und fröhlich testen. Aber wer das nicht macht, und nicht Veranstaltungen wie den fvw OMDay für neue Anregungen nutzt, um den wird es vielleicht bald recht einsam im Web 0.0. Welche Anregungen nehmen Sie von dem Event mit nach Hause? Welche Themen sollten wir im nächsten Jahr diskutieren? Wir sind gespannt auf Ihr Feedback!

KOMMENTARE
...war Werbung das nicht schon immer " testen, testen, testen" ? Meiner Meinung nach noch wichtiger ist eine Strategie zu entwickeln und sich auf (zum Unternehmen passende) Kanäle zu fokussieren. Sonst wird das "testen, testen, testen" schnell verdammt "teuer, teuer, teuer"
von Bernd Hellmuth, 08.05.12, 19:36
Danke für den sehr informativen Tag voller neuer Eindrücke!!

Ich wurde bei vielen Vorträgen das ungute Gefühl nicht los, dass "Tracking" das Potenzial zum Unwort des Jahres haben könnte. Will der Nutzer wirklich all unsere Angebote so präsentiert und penetriert bekommen? In der Diskussion fiel schon der warnende Hinweis, dass ein Monitoring-System definitiv kein Facebook-"Freund" sein sollte. "Don't make think!" hieß es heute dazu in etwas anderem Zusammenhang (bezogen auf Usability)...
von Markus Luthe, 08.05.12, 20:03
Ein einfaches "Dankeschön" an das Organisationsteam der fvw. Es war eine wirklich nette Veranstaltung mit vielen interessanten Anregungen und spannenden Gesprächen...

Ich war gerne dabei und äußere meine Themenwünsche dann etwas später im Jahr, obwohl natürlich professionelles Kundenbeziehungsmanagement (zumindest für mich) immer ein Thema ist 8-)
von Oliver Ratajczak, 08.05.12, 20:39
Beziehungspflege ist immer Arbeit. Eine enge Freundschaft macht viel Arbeit. Ein Vertrauensverhältnis macht viel Arbeit. Was aber meiner Erfahrung nach durch das "Web 2.0" vereinfacht wird, ist die "Massenkommunikation", sowohl im persönlichen, als auch geschäftlichen Bereich. Das "Grundrauschen", auf dem sich dann aufbauen lässt.
Vor Web 2.0 schliefen viele Beziehungen ein, weil der Aufwand für das "Grundrauschen" zu hoch war.

Was sich verändert: Kunden, die sich für das Unternehmen interessieren, werden "Follower". Sie konnten früher nur schlecht direkt angesprochen werden. Und sie können sich äußern (wenn dies nicht dummerweise unterbunden wird). Es entsteht ein Dialog - dieses Feedback zu kanalisieren ist für viele eine Drohung, für manche eine Herausforderung, aber eben eigentlich ... eine unbezahlbare Chance!
von Jürgen Barthel, 08.05.12, 21:00
Der gestrige FVW Online Marketing Day mit seinen höchst spezialisierten Referenten hat wieder einmal gezeigt was alles in sozialen Medien steckt. Die Vorteile liegen auf der Hand:
- individualisierte, vertrauenswürdige Ansprache zur Kundenbindung
- hervorragendes Tool um Zielgruppen zu identifizieren, zu verfolgen und zu binden
- schnell große Reichweiten zu generieren
- kaum ein anderer Kommunikationskanal hat die Möglichkeit, Reaktionen so genau zu monitoren und zu analysieren
Aber gerade für mittelständische touristische Unternehmen mit geringen Margen sind hier wegen hoher Kosten für Manpower enge Grenzen gesetzt. Um das Web 2.0 effektiv und effizient zu nutzen muss regelmäßig neuer content geschaffen werden, aktiv Ideen und Themen im Netz umgesetzt werden und im permanenten Dialog mit Kunden gestanden werden. Das kann eine externe Agentur nicht alleine leisten, sondern erfordert kontinuierliche Mitarbeit des Unternehmens selbst. Das erfordert mindestens 1 - 2 Vollzeit-Stellen.

Ganz wichtig finde ich an dieser Stelle noch einmal den Hinweis, der ganz kurz von Benjamin Buhr erwähnt wurde: Auch das Online Marketing steht und fällt mit dem Dach der Unternehmens- und Kommunikations-Strategie, die auch im Zeitalter der elektronischen Medien die gesamte Klaviatur der Kommunikationskanäle - je nach Konsumenten-Cluster und deren Verhalten - berücksichtigen muss und in die gesamte Zielformulierung und Strategie mit eingebunden werden muss. Die Abstimmung dieser Kanäle aufeinander, sowie die operationalisierte Zielsetzung und Erfolgsmessung des optimalen Mix`s, das sind die großen Herausforderungen für erfolgreiches, ganzheitliches cross-mediales Marketing heute.
Christiane Hensel-Gatos
von Christiane Hensel-Gatos, 09.05.12, 13:31
Hallo zusammen,
hier mein Fazit zum fvw Online Marketing Day 2012:
http://www.e2marketing.de/allgemein/fvw-online-mar...
von Online Marketing Blog, 10.05.12, 00:57
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