Flip-Flops aus der Touristik

Gab es diese Woche eigentlich noch Themen außer dem Debakel um den Berliner Flughafen? Ja, ein paar schräge und völlig unwichtige. Mehr in der ganz persönlichen Wochenschau von Klaus Hildebrandt.

Zum Berliner Flughafen berichten wir intensiv auf fvw.de, auch viele Leser haben in ihren Kommentaren ihre Fassungslosigkeit geäußert. Deshalb hier zum Wochenschluss ein paar ganz andere Themen:

1.  Deutliche Worte von Lesern gibt es auf unsere News-Seite und in unserem Facebook-Auftritt auch zum Wechel von Ex-Aida-Mann Jörg Eichler zu Unister. Eichler, das wird in der Lesermeinung deutlich, ging nicht gerade als Reisebüro-Liebling aus Rostock weg, in Leipzig muss er es gar nicht erst werden.

2. Überraschend kam für mich der Einstieg von FTI bei der britischen Bettenbank Youtravel.com. Dessen Gründer John Kent, der einst auch die inzwischen zu Thomas Cook gehörende Bettenbank Medhotels aufbaute, gilt in Großbritannien als schillernde Figur. Was will die FTI-Gruppe, bei der Boris Raoul gerade selbst ein Bettenportal aufbaut, von den Briten? Die Marke, die Technik, den Content? Oder ist dies, wie schon gescherzt wurde, schlicht die Rache von Dietmar Gunz an den Briten, die einst sein Unternehmen kauften und ihn dann zwischenzeitig rausdrängten?

3. Das US-Reise-Portal Expedia hat in einer Studie mit dem schönen Titel "Flip Flop Report" die Urlaubsgewohnheiten verschiedener Länder untersucht. Wenig überraschend ist, dass Strandurlaub ganz vorn liegt. Schon andere Studien wie die Reiseanalyse zeigen, dass sich Urlaubsgewohnheiten eigentlich über Jahre kaum ändern, Sonne und Erholung sind das wichtigste Urlaubsmotiv. Überraschender ist aber die Erkenntnis, dass 15 Prozent der Deutschen angeben, gern nackt dem Sonnenbade frönen. Damit sind wir die Nummer eins – und für die prüden Amis wahrscheinlich wahre Exoten. Oder haben die Expedia-Marktforscher die Gäste von Sonnenstudios mitgezählt? Denn Touristiker sind ja bekanntlich "sonnenbankgebräunte Drückerkolonnen".

4. Der Interrail-Pass feiert seinen 40. Geburtstag, meldet die Eurail Group. Da kommen auch bei mir sentimentale Erinnerungen hoch an die ersten eigenen Rucksack-Reisen nach Spanien oder Griechenland. Schön, dass es das im Billigflug-Zeitalter noch gibt! Mit Interesse habe ich aber gelesen, dass Interrail mittlerweile ein Produkt "für alle Altersgruppen" sei. Überfluten bald Rucksack-Rentner unsere Bahnhöfe, schlafen an den Stränden und rauchen seltsames Kraut? Die jungen Leute, die ja heute so viel Geld wie nie zuvor in den Taschen haben, können dann in die gediegenen Vier-Sterne-Hotels mit Halbpension und Sport-Animation ausweichen.

KOMMENTARE
© 2006 - 2014 Verlag Dieter Niedecken GmbH, Alle Rechte vorbehalten.
fvw.de | Impressum | Kommentarrichtlinien | Kontakt