Münchner Inszenierungen
Müssen wir uns auf noch mehr Kontrollen an deutschen Flughäfen einstellen? Bringt uns das weiter?
Offensichtlich ist neulich am Flughafen München ein Unglück passiert, das Haiti fast in den Schatten gestellt hätte. Der Fluggast, dessen Laptop bei der Überprüfung verdächtig erschien, bleibt verschwunden. Dafür steht die Sicherheitskraft kurz davor, aus dem Kreis der zivilisierten Gemeinschaft ausgeschlossen zu werden.
Das Drama nimmt seinen Lauf. Am Ende werde wir wohl aufrüsten müssen an der unsichtbaren Front.
Vielleicht sollte man daran erinnern, dass wir uns nicht in einem Ausnahmezustand befinden. Haiti ist eine Katastrophe. München ist, mit Verlaub, eine Panne. Sie sollte nicht passieren, sie wird aber immer wieder passieren.
Geht es um Sicherheit? Jein, denn das, was uns da immer wieder versprochen wird, gibt es nicht: Sicherheit ist ein Näherungszustand. Sicherheit lässt allenfalls als Gefühl von Sicherheit herstellen. Nichts gegen Gepäckkontrollen, aber sie sind eben auch wohltuende Inszenierungen. Sicherheit verlangt 100 Prozent. Darunter herrscht Unsicherheit. Aber je mehr wir uns den 100 Prozent nähern, desto mehr verlieren wir, wobei Zeit, Geld und Effizienz nur die messbaren Größen sind.
Meine Vorschläge: Stellt die Frau wieder ein. Keine Sicherheitskraft wird künftig aufmerksamer sein. Alarm heißt deshalb so, damit er schnell ausgelöst wird. In München wurden erst die Dienstwege eingehalten. Wenn schon Video-Überwachung, dann sollte sie auch genutzt werden. Führt Nacktscanner erst dann ein, wenn es für die vielen trusted passengers, also die vielfliegenden Normalos, eine vereinfachte Kontrolle gibt. Zu utopisch? Ist die Entwicklung nicht mehr aufzuhalten?


Schon mein Großvater Gustav pflegte deshalb zu sagen - solange das Sterben auf der Welt ist, ist keiner seines Lebens sicher.
http://www.exklusiv-muenchen.de/news/kitzbuehel-gr...